poesie.album flaschenpOst. daily?*
bLickfabrik. *prInziPessin.*
Für David.

Wir sitzen in einem Schrottplatzszenario herum und halten den pinken Cadillac für funktionstüchtig.

Im Autorradio läuft Nirvana mit einer derartigen Penetranz, dass mir die Kondolenzsymbolik zu Kurt Cobains Todestag fortan nicht mehr nachzuvollziehen ist. Wenn frühkindliche Traumatisierungen ausschließlich dazu da sind, um drittklassige Vorabendserien in ein sozialkritischeres Licht zu rücken und Jeanette Biedermanns Ausstieg mit dem vergewaltigungsbedingten Suizid ihrer Rolle zu legitimieren, kann ich D.'s damalige Therapieversuche als unnötig abstempeln. Er hatte sein Studium abgebrochen und mich mit einer aus selbigem übernommenen Taktik zu der Offenbarung meines bis dahin unkreativ verwalteten Elends bewegen wollen. Zu diagnostischen Zwecken sollte ich zwei Bäume und eine Allee an die untapezierten Wände seiner Praxis malen. Ich formte Hochhäuser aus einem Klumpen lilanen Knetgummis und er interessierte sich dafür, ob meine Mutter mich mit der geöffneten oder der geschlossenen Faust geschlagen hatte damals.

“Mit viel Schuldgefühl.”
“Du weißt, dass dein Verhalten mit dem Namen einer schwedischen Hauptstadt betitelt wird?”                    “Wollen wir nicht mal übers Baltikum reden?”

Wir werden vier Stunden und sechsundzwanzig Minuten schweigen. Danach rudern wir von Sirenengeheul begleitet in die Lüneburger Heide und verleihen unserem Optimismus einen neuen Anstrich.

29.1.07 21:54
 


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