poesie.album flaschenpOst. daily?*
bLickfabrik. *prInziPessin.*
"Vielleicht wäre es an dieser Stelle angebracht, reich zu sein.", sagt Fleischfachverkäuferin Erika und setzt ihrem Leben ein Ende.
5.1.07 05:10


"WIr wünschen euch ein schönes Jahr! Besser als das Letzte! Und Helene, ich bin froh, dass du jetzt auch Filme drehst! Und bitte machs so wie ich. dreh dreh dreh! Und geh auch zur Schule. Es ist dann in drei bis vier Jahren alles vorbei. Den Schulabschluss brauchen alle Bürgerärsche. Also mach ihnen den Gefallen. Und die Filme mach für dich! Dann kannst du in 10 Jahren sehen, was du neben dem Schulquatsch für tolle Sachen gemacht hast. Und dann schickst du den Bürgerärschen deinen Abschluss zurück und die DVD mit den Filmen. Das nennt man: SIEG!"

Danke, ehrlich.

1.1.07 18:50


Soeben lief ein roter Mantel mit Mops an mir vorbei und sah dabei zu, wie ich folgenden Satz in meinem Notizbuch festhielt: "Soeben lief ein roter Mantel mit Mops an mir vorbei."

 

 

29.12.06 18:45


“Ich hab eine Frage an dich, aus karrieristischen Gründen.”

“Schieß los und so.

“Wurdest du vergewaltigt als du klein warst?”

“Warum kann man Karriere machen, wenn man als Kind vergewaltigt wurde?”

“So karrieristisch war die Frage gar nicht gemeint.”

“Ja.”

“Wie oft?”

“Zwölf Mal ungefähr.”

“Erzähl mir doch keinen Scheiß.”

“Und du?”

“Ich hab mich heute aus Versehen in dich verliebt. Tut mir Leid.”

 Trotz all dieser Reue ist er irgendwie nicht für mich geeignet.

27.12.06 20:41


Siebzehn heimlich im Garten einer Zehlendorfer Villa gerauchte Zigaretten und zwei Kilo aus Marzipankartoffeln bestehender Mageninhalt, den ich dem Klo übergebe. Das ist Weihnachten.

Es wurden Buchsbäume umgefahren, Konfitüren um Bärte geschmiert und gewisse Töne zum gemeinschaftlichen Singen nostalgischer Weihnachtsständchen gestimmt. Ich stehe in der Dunkelheit und einem improvisierten Kerzenzusammenhang herum und entzünde meine Mandeln mithilfe eines lilanen Streichholz, um der kollossalen Scheiße hier zu entfliehen und irgendwie tot zu gehen in dieser gemütlichen Runde. Gequältes Sitzen, gebrannte Erdnüsse und durch ein ungesundes Leben getötete Vergangenheiten schneiden sich zusammen mit der gefallen Edeltanne in die gespielt euphorische Absurdität eines netten Beisammensein.

 Mein Wunschzettel.

Liebes Christkind. Ich wünsche mir, dass ich öfter von meiner Mutter träume und zwar so, dass es sich anfühlt, als wäre sie wirklich da. Ich wünsche mir Aufmerksamkeit und einen Zimtstern, siebzehntausend Euro zum Verwirklichen einiger Träume und zwölf rhetorische Ausrufezeichen hinter meinem Namen. Einen Menschen, der mich gern hat. Ich wünsche mir, nicht mehr so viel weinen zu müssen. Und Schnee. Und Ingwertee und die Fähigkeit, origineller reimen zu können. Ein Herz an meinem Fenster, einen Elefanten aus Pappmaschee ud eine dunkelblaue Tapete mit weißen Blumen, zum gemütlichen Gestalten und so weiter. Ich wünsche mir Kerzen und Illusionen, die Umarmung einer geliebten Person und dass ich nicht mehr lüge ununterbrochen. Psychosozial kompetent zu sein, Eindruck zu schinden und unbegründete Akzeptanz für literarisch Ergossenes und mich selbst. Kein Mitleid mehr, sondern graziöses Küssen. Ich wünsche mir, dass diese Zwangsbeschneidungsscheiße in Tansanie vorbei geht und alle Menschen auf der ganzen WElt gemeinsam rutschen und schön sein können. Ich wünsche mir, dass mir vielleicht doch noch jemand etwas schenkt.

Danke.

24.12.06 22:11


Irgendwie bin ich so ein beschissenes Stückchen Mensch mit Hang zum avandgardistischen Experimentalfilm, der ausschließlich Postbotin wird um die obligatorischen Weihnachtsgrüße herzzereißender Familiensituationen in Oberbayern zu entziffern.

Wir schmeißen mit Fichten umher und schreiben Gedichte über die Entstehung des Geschenkpapiers. Das neue Klo steht in der Küche und auf einem Präsentierteller herum, unterhält sich mit Konrad dem Rührbesen über Alternativen zur Rhetorik des Proletariats und begutachtet einen Adventskerzenleuchter mit Wiedererkennungswert.

     P.s.:                                                                                                           Auch Schokoladennikoläuse waren früher mal Menschen und wenn niemand hinsieht, laufen sie plötzlich hin und her.

 

 

22.12.06 14:18


Wir waren in einer Disco, in der sie mit einem Trauma experimentierten oder mit Disco oder mit einer Plastikgebärmutter. Plötzlich entwickelten wir uns zu einer eurythmischen Tanzgruppe und Lola rennt aus dem gleichnamigen Film tauche wieder auf.

 "Lola rennt wurde wieder geboren in einem Disco- und Gebärmutterexperiment!"

 

 

18.12.06 11:10


Wir sind Pragmaten im Thunfischtatar. Ich fresse Kirschen, bin schon tot und brauche Drogen zum Tanzen.

 

13.12.06 18:32


Aus roter Grütze zum Frühstück kann ich mithilfe elegant gewählter Adjektive ein groteskes Erlebnis zaubern. Is there a heaven? I'd like to think so.

Your role is to save me.

10.12.06 23:27


Schade, dass ich nicht so ein niedliches Stückchen Scheiße bin und in der Lage dazu mich mit in Gold gefassten Statuen einer berühmten Persönlichkeit zu infizieren.

"Sie meinen identiefizieren?" "Ja, das auch."

Nachts durch ein aus Realität bestehendes Stückchen Müll in ausgeleuchtet zu latschen ist irgendwie problematisch. Geziert von einer zutiefst ästhetischen Drogenabhängigkeit lade ich zum Vergewaltigen ein und möchte mich umbringen. In einer stark frequentierten Lokalität am Besten.

10.12.06 22:57


Diese narrative Erzählstrukturscheiße rührt mich zu Tränen. Hinter gepflegtem Schuhwerk und weißer Bluse verbirgt sich eine desorientierte Anarchistin mit Hang zum nougatfarbenen Beatle und einem Plastikflamingo in beige. Ihr Leben gleicht dem Verfaulungsprozess eines giftigen Apfels, dessen intrigante Schönheit seine Opfer im obligatorischen Nachhinein zu einer aus Vorsicht bestehenden Flucht animiert.

Nach kurzem Überlegen entwickelten wir uns gemeinsam zu zwei einem parodierten Fernsehevent entsprungenen Karikaturen, ermordeten einen freundlichen kleinen Menschen mithilfe eines hysterischen Lachkrampfs und flüsterten über Floristik. Vermutlich sehe ich aus, als könne ich siebzehn Zigaretten auf einmal rauchen und relativ gut mit Drogenexzessen umgehen.

“Alles heile?”

“Mein Vater liegt tot im Betriebsbüro.”

10.12.06 00:35


aDventsfLoskeln.

9.12.06 16:45


Impressionen.

Wir sind ein bisschen ideologisch überspannt.

 Nah eines länglichen Baguettes hatte ich einst ein rotgelbliches Froschmaul entdeckt und fürchtete den poststrukturalistischen Glücksbegriff, der die Schönheit hinfortwehte wie Gold.

 

8.12.06 21:00


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