poesie.album flaschenpOst. daily?*
bLickfabrik. *prInziPessin.*

Ich halte nichts von dieser "Mädchen kriegt eins in die Fresse und wird dann durchgefickt"-Ästhetik, das hat keinen Witz und ist nicht realistisch, wenn man von familiären Zusammenhängen ausgeht.

 

1.2.07 13:31


Für: Juli. Von: Lene. Betreff: Das Leben im Allgemeinen.

 Liebe Juli,

ich schreibe dir in einer aus schulischen Zusammenhängen heraus gerissenen Freistunde und viel zu spät. Trotzdem hoffe ich, dass du mich gut genug kennst, um mir diese beiden Macken nicht übel zu nehmen. Ich möchte mit dir nach Wien fahren. Das wollte ich nur kurz sagen, und dass ich von dir geträumt habe und einem in Märchenkostümen verkleideten Fanclub aus Japan. Du bist der einzige Mensch, der mich glücklich macht. Deswegen entsteht dieser komplexe Eintrag aus einer narzistischen Neigung heraus. Wenn wir uns auf eine andere Weise lieben könnten, wären wir die erfülltesten Kinder der Welt. Wenn wir uns weiterhin auf unsere Weise lieben, sind wir immerhin noch intelligenter, als ein bedeutender Großteil.

Ich vermisse dich und leide unter irgendeiner Phobie, wie Herr Fleck und Romeo.

Dein Lieblingsmonat.

PS: Ich habe Angst davor, den heutigen Tag überleben zu müssen.

31.1.07 14:21


Emma macht sich sicher sehr gut, so als Wischmopp.

 

31.1.07 02:46


Nach einer Premiere beginnen wirklich üble Geschichten zumeist so: “Ich möchte diesem Menschen nicht dabei zu sehen, wie er Christophs Blödsinn zu reproduzieren versucht, indem er harmlose Verwesungsprozesse an die Verandatür eines bescheuerten Bühnenbildes projiziert. Dieser seriöse Theaterscheiß und diese kläglichen Versuche, auf der Bühne irgendeine Form von Realität abzubilden, erinnern mich an so furchtbar an Drachen aus Styropor und Tankred Dorst.”
"Was ist Tankred Dorst?"

Was das Fernsehen kann, kann die Schaubühne schon lange. Zwar spielt Liz Taylor nicht mit, aber Kirsten Dehne ist ja auch nicht schlecht.

Scheiße, wir riechen alle so nach Limonengras.

31.1.07 02:45


Für David.

Wir sitzen in einem Schrottplatzszenario herum und halten den pinken Cadillac für funktionstüchtig.

Im Autorradio läuft Nirvana mit einer derartigen Penetranz, dass mir die Kondolenzsymbolik zu Kurt Cobains Todestag fortan nicht mehr nachzuvollziehen ist. Wenn frühkindliche Traumatisierungen ausschließlich dazu da sind, um drittklassige Vorabendserien in ein sozialkritischeres Licht zu rücken und Jeanette Biedermanns Ausstieg mit dem vergewaltigungsbedingten Suizid ihrer Rolle zu legitimieren, kann ich D.'s damalige Therapieversuche als unnötig abstempeln. Er hatte sein Studium abgebrochen und mich mit einer aus selbigem übernommenen Taktik zu der Offenbarung meines bis dahin unkreativ verwalteten Elends bewegen wollen. Zu diagnostischen Zwecken sollte ich zwei Bäume und eine Allee an die untapezierten Wände seiner Praxis malen. Ich formte Hochhäuser aus einem Klumpen lilanen Knetgummis und er interessierte sich dafür, ob meine Mutter mich mit der geöffneten oder der geschlossenen Faust geschlagen hatte damals.

“Mit viel Schuldgefühl.”
“Du weißt, dass dein Verhalten mit dem Namen einer schwedischen Hauptstadt betitelt wird?”                    “Wollen wir nicht mal übers Baltikum reden?”

Wir werden vier Stunden und sechsundzwanzig Minuten schweigen. Danach rudern wir von Sirenengeheul begleitet in die Lüneburger Heide und verleihen unserem Optimismus einen neuen Anstrich.

29.1.07 21:54


Mein Herz hat ein Loch, das aussieht wie du und bloß mit diesem Deckel geht es je wieder zu.

 Manche singen von Liebe, ich sang die ganze Zeit von dir.

28.1.07 17:08


Zwei meiner zahlreich vorhanden Zehennägeln wachsen momentan ein. Sie bohren sich ins Fleisch und der zehnte Stock eines Stundenhotels wird von Hallogenscheinwerfern in ein realitätsgetreueres Licht gerückt.

Die Sonne kitzelt einen Marienkäfer auf dem Fensterbrett zu Tode, zwischen Rauhfaser und Wand klebt die fremde Mentalität einer fremden Stadt und die Hoffnung auf eine zum Hotelbesitzer gehörigen Karriere. Ich bemitleide mich für meine Traumatisierungen; lege mich zusammen mit dem Bananenfleck auf meinem Nachthemd in die Einfahrt der Tiefgarage und warte aussichtslos auf eine Fahigkeit. "Dein Prosamüll ist unter meinem Niveau", sagte ein durchaus kompetenter Kritiker und war derweil ein hauptberuflicher Spekulatiusfabrikant.

S. hingegen kritisiert momentan meinen Hang zur Fiktion und ein purpurnes Abedkleid, in das ich sie im Rahmen eines fiktiven Textes gesteckt habe. Mental steht sie mir vermutlich bei, in dieser aus einem Aufenthaltsort bestehenden Scheiße und dem braun melierten Teppich, der allerlei Hautschuppen geschäftlich Verreister benhaltet und abgesehen von der Basis unseres Zimmers tatsächlich ein Schmuckstück darstellen soll.

Lieber Lebenslauf,                                                                  

prinzipiell hatte ich als vierzehnjährige Regisseurin enden wollen, die auf Pressekonferenzen stilvoll über ihre Vergewaltigungsfilme diskutiert und derweil zwei Zigaretten aufeinmal raucht. Enden werde ich als fünfzehnjährige Bundeskanzlerin, die sich das Rauchen mit vierzehn abgewöhnt hat.

27.1.07 22:00


Ey scheiße, Cindy möchte mit mir über das Elend des heterosexuellen Mannes in einer heterosexuellen Gesellschaft diskutieren.
24.1.07 00:12


Ich legitimiere meine siebenundzwanzig Fehltage mit dem Tod einer alkoholabhängigen Erziehungsbevollmächtigten und finde das taktisch sehr klug. Manche Menschen singen von Liebe, ich singe die ganze Zeit von dir, fabriziere ein Wahlplakat und kette eine muslimische Geisel an den Reichstag um Eindruck zu schänden.

Ich wache auf, bin geschändet und liebe dich dafür.

Notiz an mich selber: Nasen. Nasen sind wichtig. Und nun zu meiner imaginären Karriere.

“Ich kenn mich aus mit diesem Therapieblödsinn und musste mein Leben lang zu vierzehn verschiedenen Psychoanalytikern hüpfen, um zielstrebig deren eigene psychosoziale Inkompetenz heraus zu provozieren und im dazugehörigen Endeffekt als therapieresistent eingeordnet zu werden deswegen.

Sie ist eine Figur auf der Leinwand, die man gern zur Therapeutin hätte und abgesehen davon geht es in meiner Geschichte um unabsichtlichen Mord, Wahlverwandtschaften und die Gleichgültigkeit des Universums - wie man damit fertig wird, verrate ich der berühmten Persönlichkeit beim nächsten Mal.”

Die Fähigkeit wird oft mit der Popularität verwechselt und rollt unserer Konversation allerlei Steine in den Weg.

Diese extrem beschissene Lage sollte also eventuell dazu dienen, ein Buch über meine frühpubertäre Auffassung der Schauspielerei zu schreiben und es “Sex ist nicht alles” zu nennen, weil mir kein besserer Titel einfällt. Mein Leben als Fototapete wird vorbildlich benotet. Liebes, ich schicke dir eine Ansichtskarte von der Hinrichtung.

23.1.07 18:43


Ich habe nicht den Ehrgeiz, als Frosch oder Schnitzel aufzutreten, doch in jedem Menschen sehe ich ein kleines Stückchen Reinhard Mey. Mein Vater hat Reinhards Nase, bei Fritz ist es der kleine Zeh und alles, was ich dazu sage, ist: Oh weh. Oh weh. Oh weh.

Refrain: OH WEH OH REINHARD! Oh WEH WEH! O WEH OH REINHARD! O WEH O WEH! Und ich frage Reinhard ganz spontan: Reinhard WAS HAST DU UNS ANGETAN?

 Ein soziologisches Forschungsteam verdient mehr an Reinhard als er mit ihm und ich stehe auf der Straße als Pudel verkleidet und sehe Reinhard, der unter Entfremdung leidet. Und was übrig bleibt, von Reinhard und mir, ist dieses Lied hier und ein Stückchen Papier, auf dem steht: In jedem Mensch steckt ein Stückcen Rheinard Mey, au Wei!

AU WEI OH REINHARD, WAS HAST DU UNS ANGETAN?

18.1.07 14:45


Es wa einmal ein kleiner ber der lepte in walt unt der hate fiele froinde. sein bester freunt wa beniamin der wuscheli lept im kinderzimerwalt. beniamins schwester schpilt lusdige schpile. Si heist schtefani.

... meine beste freundin frau hahn hat meinen ersten, vielversprechenden Romananfang aus den Untiefen der bei ihr vergessenen Vergangenheit heraus gerissen. Ich übergebe ihr hiermit feierlich einen Petersilienzweig.

13.1.07 01:18


Ein herzzereißendes Lämmchen steht in einer Bergsituation herum und wird von dem Sadisten in mir mit einer Brotschneidemaschine enthauptet.

Seit S. mir ihre frühkindlichen Traumatisierungen in die Fresse gefeuert hatte und ununterbrochen von getötetem Kleintier erzählt, fickten wir in illegalen Zusammenhängen bei Thunfischtatar und konferierten über den Schonbezug ihres Verlangens. Momentan verbringt sie die Freizeit in einem nougatfarbenen Abendkleid, frisst Zimtsterne und konfrontiert sich innerhalb eines anstrengenden Selbstfindungsprozess mit iher Vergangenheit. Ich ließ mir von einem soziologischen Forschungsteam die Wangenknochen zertrümmern und interpretierte ihr Mitleid am Krankenbett in Zuneigung um.

„Ich habe einen Spiralblock mit praktischer Ausreißhilfe erstanden...“

„Und warum genau, Leni?“

„Weil, wir wollen ausreißen.“

„Du und ich? Aber nicht, dass wir uns noch erschießen müssen oder so, weil diesem Text hier die Dramatik fehlt. Es gibt ja die verrücktesten Gründe.“

„Nein. Wir schauen aus dem Fenster nach herum liegenden Jobangeboten.“

„Und was ist mit dieser Zwangsbeschneidungsscheiße in Tansania?“

„Mir wird nie im Leben jemand glauben, dass ich eine zwangsbeschnittene Arbeiterin in der Eiswürfelfabrik meines getöteten Vaters bin, Liebes.“

12.1.07 18:35


Ich habe seit dreiunddreißig Stunden keine einzige Minute geschlafen und falle bei geschlossenem Fenster in eine aus elektronischer Melodien bestehende Trance. Ich wünschte, ich wäre ein Herzschlag.

 Ich bin nicht entscheidungsfähig momentan. Mein Pflichtgefühl zerkratzt den Lack seiner Oberfächlichkeit, rennt um seine Existenz und die Wette eines Selbsterhaltungstriebs. Verstecke dein Liebesleben hinter Kathedralen der Gewalt, während eine schizophrene Anwandlung über grandiose Vergewaltigungsfilme konferiert. I wish I was a princess, I wish I was a person. I wish I was a forrest without any trees to hide.

Sie ist sehr weit weg.

10.1.07 05:11


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